Herzlich Willkommen! Evangelische Kirchengemeinde Bad Driburg-Altenbeken-Neuenheerse!

auf ein Wort ..... im Juni

Foto: Marco Dockhorn

So langsam wird es Sommer. Wir spüren die Wärme, die Helligkeit, die Natur ist wieder voll erwacht. Es geht uns besser. Hinter uns liegen trübe Monate des Winters, der Sorgen, der Mühe und wahrscheinlich auch für viele von uns, der Qual und sogar der Krankheit.

Nun haben wir aber Juni und ich sitze im Bibelgarten "Senfkorn" hinter unserer Kirche in Bad Driburg.  Der Bibelgarten zeigt sich in einem gepflegten Zustand. Vielleicht fragen Sie sich, was hat dieser kleine Minipark mit einem Bibelgarten zu tun? Sollten nicht in einem Bibelgarten zumindest Pflanzen aus der Zeit der Bibel wachsen. Ja, könnte man annehmen. Aber hier in Ostwestfalen wachsen die nur schlecht. Ehrlich!

Das Konzept dieses Bibelgartens ist ein anderes. Es soll mit verschiedenen bildhaften Anpflanzungen auf Stellen in der Bibel hinweisen. Es wurden Textstellen der Bibel ausgesucht, die die Worte "Ich bin... !" beinhalten. 

Hinter der Kirchenwand, an der der Toten der Weltkriege aus unserer Gemeinde gedacht wird, finden Sie z.B. einen kleinen Kräutergarten. Er steht unter dem Spruch aus  Hoheslied 4,16. "Ich bin der Wind, der durch den Garten weht, dass der Duft seiner Gewürze ströme!" Welch eine schöne Textstelle. Haben Sie den kleinen Kräutergarten schon entdeckt?

Und etwas ganz Neues ist im Bibelgarten entstanden. Etwas Geheimes, etwas, das an die ersten Christen erinnert und noch heute ein als Erkennungszeichen dient. 

Zur Geschichte. Die ersten Christen litten unter Verfolgung der Römer und konnten sich nicht als Christen zu erkennen  geben. Deshalb ersannen Sie ein Geheimzeichen. Sie malten einen gebogenen Strich in den Sand und wenn das Gegenüber auch ein Christ war, malte er unter diesen Strich auf der anderen Seite gegengleich auch einen Strich in den Sand. Das Symbol eines Fisches entstand. In der Sprache der Griechen heißt der Fisch. ICHTHYS.  Die Anfangsbuchstaben von ICHTYS sind Anfangsbuchstaben der Wörter: Iesous Christos Theou Yios Soter (“Jesus, Christus, Gottes Sohn, Retter”).

Was hat das nun mit unserem Bibelgarten zu tun. Na, hier treffen sich Christen, die sich in Ruhe auf die Suche nach diversen Anregungen begeben, um über Bibelstellen nachzudenken bzw. auch nachzulesen.

Haben Sie das Fischzeichen schon entdeckt? Es ist natürlich ein Geheimzeichen und erscheint in voller Pracht immer im Juni bis August. So ist es zumindest von der Baumschule versprochen! Es handelt sich um sehr winterharten Thymian, der hier in Ostwestfalen die Winter überstehen soll, aber auch im Mittelmeerraum beheimatet ist. Vielleicht wuchs auch eine Thymianpflanze im Sand, als sich verfolgte Christen vor 2000 Jahren mit dem Zeichen des Fisches gegenseitig zu erkennen gaben.

Wenn nun ein anderer Mensch den Garten besucht, vielleicht nehmen Sie einen kleinen Stab und ziehen einen gebogenen Strich in den Sand. Gibt der Fremde sich auch als Christ zu kennen? Nein? Vielleicht kommen Sie miteinander ins Gespräch. Die kleine Ecke mit dem Sand soll übrigens an die Wüste erinnern. Das ist aber eine andere Geschichte. 

 

 Martina Wilde