Herzlich Willkommen! Evangelische Kirchengemeinde Bad Driburg-Altenbeken-Neuenheerse!

Auf ein Wort ....Das Leben ist herrlich!

Jetzt haben wir gut ein Jahr der Beschränkungen aufgrund der Ansteckungsgefahr durch das Coronavirus hinter uns. Wir wissen nicht, was noch kommen wird. Wir wissen nicht, wie es weitergehen wird. Wir hoffen.

 

Im Alten Testament im Buch Josua richtet Gott sich nach dem Tod Mose an Josua mit den Worten: „Habe ich dir nicht geboten: Sei getrost und unverzagt? Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht, denn der Herr dein Gott, ist mit dir in allem was du tun wirst.“ (Josua,1,9)

 

Auch heute gibt es für uns viele Dinge, die uns Grund dafür geben uns zu grauen und zu erschrecken. Dann richten wir den Blick auf die zerstörerische Wirkung des Virus, auf die politische Situation in vielen Ländern dieser Erde, die zum Verzweifeln ist oder auch auf unser persönliches Leben, bei dem es uns manches Mal zum Weinen zumute ist.

 

Gott, als unser uns liebender Vater, möchte nicht, dass wir dabei stehen bleiben. Er möchte, dass wir getrost und freudig sind. Auch und vielleicht auch gerade in Situationen, die zum Verzweifeln sind.

 

Aber wie gelingt mir das: unverzagt, getrost, freudig zu sein?

 

Sicherlich ist eine wichtige Grundvoraussetzung dafür zu wissen, dass ich in Gott geborgen bin. Dass ich in ihm, der größer ist als jede Krankheit, jedes Schicksal und jede Katastrophe aufgehoben bin und in ihm meinen Halt finde.

 

Darüber hinaus ist Dankbarkeit ganz wichtig. Ein Blickrichtungswechsel: weg von dem worüber ich mir Sorgen mache und was mich fürchtet, hin zu dem, was gut ist und wofür ich dankbar sein kann.

 

Eine jüdische Erzählung kann dies verdeutlichen:

 

Das Leben ist herrlich

Zu einem alten Rabbi kam ein Mann und klagte: „Rabbi, mein Leben ist nicht mehr erträglich. Wir wohnen zu sechst in einem winzigen Raum. Was soll ich nur machen?“

Der Rabbi antwortete: „Nimm Deinen Ziegenbock mit ins Zimmer.“

Der Mann glaubte nicht recht zu hören: „Den Ziegenbock mit ins Zimmer?“ „Tu, was ich Dir gesagt habe“, entgegnete der Rabbi, „und komme in einer Woche wieder.“

Nach einer Woche kam der Mann wieder, total am Ende. „Wir können es nicht mehr aushalten, der Bock stinkt unerträglich.“ Der Rabbi sagt zu ihm: „Geh nach Hause und stell den Bock wieder in den Stall. Dann komm nach einer Woche wieder.“

Die Woche verging. Als der Mann zurückkam, strahlte er über das ganze Gesicht. „Das Leben ist herrlich, Rabbi. Wir genießen jede Minute. Kein Ziegenbock – nur wir sechs.“

 

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen: „Sei getrost und unverzagt? Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht, denn der Herr dein Gott, ist mit dir in allem was du tun wirst.“

 

von Susanne Grenz

Leiterin des Haus der offenen Tür in Altenbeken und der Offenen Ganztagsgrundschule in Schwaney